Was Ist Neoliberalismus?

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Die früheste Verwendung des Begriffs "Neoliberalismus" wurde in 1898 von Charles Gide, einem französischen Ökonom, der das Wort verwendete, um die wirtschaftlichen Überzeugungen von Maffeo Pantaleoni, einem italienischen Ökonom, zu beschreiben. Während der Weltwirtschaftskrise des frühen 20 Jahrhunderts trafen sich mehrere Ökonomen in Paris im Walter Lippmann Colloquium, um über Politiken zu diskutieren, die die verheerenden wirtschaftlichen Bedingungen der Zeit verbessern konnten. Die Ökonomen argumentierten für die Einführung einer neuen Form des Liberalismus, bekannt als "Neoliberalismus". Der Neoliberalismus ist mit dem Laissez-faire-Wirtschaftsliberalismus verbunden, der eine weitreichende wirtschaftliche Liberalisierung wie Deregulierung, Sparmaßnahmen, Freihandel, Privatisierung und reduzierte Staatsausgaben beinhaltet um die Beteiligung des privaten Sektors an der Gesellschaft und der Wirtschaft zu erhöhen. Ideen und Richtlinien, die marktgesteuert waren, markierten einen bedeutenden Paradigmenwechsel von der keynesianischen Nachkriegsschule, die zwischen 1945 und 1980 populär war.

Neoliberalismus und Klassischer Liberalismus

Der Neoliberalismus wird von den Gelehrten als eine Variante des klassischen Liberalismus gesehen und die beiden teilen einige Merkmale. Sowohl im Neoliberalismus als auch im klassischen Liberalismus hat die Regierung wenig bis gar keine Kontrolle über soziale Dynamiken und kann daher der Öffentlichkeit nicht vorschreiben, was ein idealer Lebensstil sein sollte. Ein weiteres Merkmal des Neoliberalismus und des klassischen Liberalismus ist, dass beide Politiken sowohl eine größere wirtschaftliche Freiheit als auch individuelle Freiheit fordern. Obwohl die Politik viele wirtschaftliche Merkmale teilt, haben Neoliberalismus und klassischer Liberalismus einige Unterschiede auf sozialer Basis. Zum Beispiel hat die Regierung im Neoliberalismus die Befugnis, politische Maßnahmen zur Aufrechterhaltung der Struktur einer Gesellschaft wie der Geldpolitik zu ergreifen, um Rezessionen oder eine erhöhte Inflation abzuwenden, die in einem klassischen Liberalismus nicht vorhanden sind.

Argumente für den Neoliberalismus

Eines der Merkmale des Neoliberalismus ist die Einführung einer freien Marktwirtschaft ohne staatliche Regulierung. Ein freier Markt ermöglicht die Beseitigung aller Hindernisse für die natürlichen Kräfte von Angebot und Nachfrage wie Steuern und Abgaben oder die Bereitstellung eines Mindestlohns. Die Beseitigung dieser Barrieren schafft ein robustes Geschäftsumfeld, in dem Länder für Investoren attraktiver werden, deren Investitionen Arbeitsplätze schaffen und zur Expansion der Wirtschaft beitragen. Die Beseitigung dieser Barrieren eröffnet den Exporteuren mehr Märkte und hilft somit, die Handelsbilanz eines Landes zu verbessern. Aufgrund fehlender staatlicher Interventionen können Finanzinstitutionen die Zinssätze für Kredite diktieren und den Instituten auch mehr Kredite an kleine Unternehmen gewähren. Die Beseitigung von Handelshemmnissen ermöglicht es einem Land, mehr Waren zu importieren, und der Zustrom solcher Waren zwingt die Verbraucher dazu, die Preise zu senken.

Kritik des Neoliberalismus

Einige Ökonomen kritisieren das Konzept des Neoliberalismus und argumentieren, dass ein freier Markt in der Regel von großen Unternehmen wegen des Fehlens eines Mindestlohns und sozialen Wohlstands ausgebeutet wird, um die Öffentlichkeit für billige Arbeitskräfte auszunutzen. Der Neoliberalismus wird auch als Befürworter des wachstumsabhängigen Crony-Kapitalismus gesehen, der auf die zunehmende Wohlstandsdisparität zurückzuführen ist. Ein weiteres Argument gegen den Neoliberalismus sind die gestiegenen Preise für Grunderzeugnisse, die auf das Fehlen von staatlichen Subventionen für Grundstoffe zurückzuführen sind, die die armen Verbraucher von höheren Preisen abfedern. Die Globalisierung ist ein gemeinsames Merkmal des Neoliberalismus und wird oft als das größte Problem angesehen, dem das Wachstum der lokalen Industrien in den Entwicklungsländern gegenübersteht, verursacht durch höhere zollfreie Importe, die tendenziell vergleichsweise billiger sind. Die Globalisierung ermöglicht auch die Infiltration ausländischer Technologieentwicklungen, die sich nachteilig auf die Beschäftigung mit solchen Technologien auswirken, die als Ersatz für die Arbeitskräfte eingesetzt werden.